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Venezuela & Kolumbien: Was die Augsburger ?Welserkolonie‘ heute mit Konflikten, Rohstoffen und Macht zu tun hat

Dass die Friedensstadt Augsburg kolonial verflochten ist, zeigt das historische Kapitel der sogenannten ?Welserkolonie“. Die Augsburger Welser erhielten im Jahr 1528 die Kolonie Klein-Venedig (heute Venezuela) als sogenanntes ?Lehen“ mitsamt aller Handels- und Ausbeutungsprivilegien von der spanischen Krone. Zus?tzlich erhielten sie die Erlaubnis, tausende versklavte Menschen von der westafrikanischen Küste in die Karibik zu transportieren.? Was oft als frühe Handelsgeschichte erz?hlt wird, ist also Teil einer transatlantischen Geschichte von Ausbeutung und Versklavung. Anl?sslich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25.03. interessiert uns: Welche historischen Spuren kolonialer Gewalt wirken bis heute fort und welche Konsequenzen ergeben sich für eine verantwortungsvolle Erinnerungspraxis und unseren Umgang mit der Gegenwart, in Augsburg und darüber hinaus?

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Im Zentrum des Abends steht ein moderiertes Podium, in dem das Fortwirken kolonialer Gewaltverh?ltnisse in aktuellen Entwicklungen in Kolumbien und Venezuela diskutiert wird. In Kurzimpulsen der Referent*innen Magda Agudelo, Alejandro Ceballos und Jochen Kleinschmidt kommen kolumbianische und venezolanische Perspektiven, sowie politikwissenschaftliche, dekoloniale und erfahrungsbasierte Kontextualisierungen ins Gespr?ch, bevor Raum für Fragen, Diskussionen und Austausch mit dem Publikum geboten wird. Der Abend verbindet historisches Gedenken mit einer politischen Gegenwartsreflexion. Sie erleben eine Perspektivverschiebung, in der die Augsburger Geschichte der ?Welserkolonie nicht nur erinnert, sondern aus heutigen lateinamerikanischen Perspektiven – mit Blick auf aktuelle Konfliktlinien in Kolumbien und Venezuela, wie etwa die US-Milit?rintervention in Venezuela, Konflikte um Rohstoffe und Extraktivismus – neu gerahmt wird.

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Mit:

  • Magda Agudelo (darstellende Künstlerin & Literaturwissenschaftlerin)
  • Alejandro Ceballos (Umweltwissenschaftler)
  • Jochen Kleinschmidt (Politikwissenschaftler, TU Dresden)
  • Moderation: Christina Pauls (Friedens- und Konfliktforscherin, Universit?t Augsburg)

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?ist darstellende Künstlerin und Literaturwissenschaftlerin. Sie wurde in Kolumbien geboren und lebt seit 2004 In Deutschland. Sie studierte Schauspiel an der Academia Superior de Artes de Bogotá (ASAB) und Germanistik an der Universit?t Augsburg. Mit dem Schwerpunkt Stückentwicklung und performative Ausdrucksformen in (un)konventionellen R?umen arbeitet Magda Agudelo haupts?chlich mit interdisziplin?ren in Deutschland und Kolumbien. Viele Projekte, an denen sie beteiligt ist, setzten sich mit gesellschaftskritischen Themen auseinander, wie de-koloniale, emanzipatorische Prozesse und Umgang mit Natur-Ressourcen.

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Alejandro Ceballos ist Umweltwissenschaftler und Referent zu den Themen Extraktivismus und Klimagerechtigkeit. Geboren in Venezuela, studierte er Umweltwissenschaften an der?Universidad Yacambu. Einen Master in Umweltmanagement absolvierte er an der?Universit?t Hohenheim?sowie an der?Kopenhagen Universit?t, wo er mehrere Jahre zu Klimawandel und Ern?hrungssystemen forschte. Inhaltlich besch?ftigt er sich mit Extraktivismus, kolonialen Kontinuit?ten, Klimagerechtigkeit, Rassismus, Eurozentrismus und epistemischer Gewalt. Zudem war und ist er mit basisnahen Initiativen in Venezuela im Bereich ?kologischer und urbaner Landwirtschaft verbunden.

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Jochen Kleinschmidt ist Politikwissenschaftler. Er promovierte 2014 an der LMU München?und arbeitet gegenw?rtig?als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Politik an der TU Dresden.?Zuvor lehrte er unter anderem an der Universidad del Rosario in Bogotá, Kolumbien, der Universidad EAFIT in Medellín, Kolumbien, und der Universit?t der Bundeswehr München. An der?Katholischen Universit?t Eichst?tt war er Koordinator des Zentralinstituts für Lateinamerikastudien. Er besch?ftigt sich mit Themen aus der Konfliktforschung wie etwa der Rolle neuer Technologien in bewaffneten Konflikten, der Grauzonenkriegführung, der organisierten Kriminalit?t, aber auch mit Theorien der Internationalen Beziehungen und der historischen Soziologie.

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Christina Pauls ist Friedensforscherin und arbeitet schwerpunktm??ig zu Erinnerung, Frieden und Identit?t. Sie ist Gesch?ftsführerin des Transferzentrums Frieden Augsburg und freiberuflich als Beraterin für gesellschaftliche Konflikttransformation und soziale Bewegungen t?tig, sowie als Bildungsreferentin für Globales Lernen, Friedensbildung, Kritisches Wei?sein und kolonialkritische Bildung. Sie engagiert sich erinnerungsaktivistisch und setzt sich für eine Anerkennung und Aufarbeitung deutscher Kolonialgeschichte ein.

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Veranstalter: Transferzentrum Frieden Augsburg, in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof und dem Fugger-und-Welser-Erlebnismuseum Augsburg.

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25.03.2026 | 19:00 Uhr
Ernst-Troeltsch-Raum, Annahof (Hollbau), Augsburg

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