Review Article zu neurotoxischen Auswirkungen von Feinstaub (PM?.?) auf die Blut-Hirn-Schranke
? Der im Journal of Cerebral Blood Flow & Metabolism ver?ffentlichte Review Article ?Airborne particulates and brain health: The role of PM2.5 in blood–brain-barrier dysfunction“ fasst die aktuellen Erkenntnisse über den Einfluss von Feinstaub auf die Integrit?t der Blut-Hirn-Schranke (BHS) zusammen. Fokus sind hierbei die zellspezifischen Reaktionen, die neurovaskul?ren Funktionsst?rungen begünstigen. Weltweit stellt Luftverschmutzung das gr??te umweltbedingte Gesundheitsrisiko für den Menschen da. Sie kann nahezu alle menschlichen Organe angreifen und zu schwerwiegenden Gesundheitssch?den führen. Luftverunreinigungen sind u.a. mit einem erh?hten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Partikelbelastung in der Umgebung (ambient particulate matter), insbes. Feinstaub und Ultrafeinstaub, ist ebenfalls ein signifikanter Risikofaktor für die Pathogenese neurologischer Erkrankungen. Die neurotoxische Wirkung resultiert hierbei auf der strukturellen und funktionellen Sch?digung der Blut-Hirn-Schranke (BHS) und die neurovaskul?re Einheit. Die BHS ist eine semipermeable Diffusionsbarriere zwischen Blutkreislauf und Hirnsubstanz, die selektiv den Eintritt von Substanzen in das zentrale Nervensystem reguliert. Sie ist damit ein wichtiger Schutzwall, der das Eindringen von potenziell sch?dlichen Substanzen ins Gehirn, verhindert. Strukturell ist die BHS ein komplexes System verschiedener Zelltypen, u.a. mikrovaskul?ren Endothelzellen, Perizyten und Astrozyten. Die Sch?digung durch eine Feinstaubexposition erfolgt entweder durch systemische Entzündungen oder durch die direkte Translokation von Partikel in das zentrale Nervensystem. Auf zellul?rer Ebene folgt eine endotheliale Dysfunktion, induziert durch oxidativen Stress und die Aktivierung proinflammatorischer Signalkaskaden. Dies resultiert in einer Zunahme der Permeabilit?t der Barriere, was die Infiltration von Immunzellen und Freisetzung neurotoxischer Mediatoren erm?glicht. Dies führt zur St?rung der neurovaskul?ren Kopplung, was die neuronale Sch?digung weiter verst?rken kann. Zusammenfassend l?sst sich sagen, dass der Zusammenhang zwischen Feinstaubexposition und neurodegenerativen Erkrankungen evident ist. Trotz dieser Erkenntnis bestehen Wissenslücken bezüglich der r?umlich-zeitlichen Dynamik der Sch?den als auch der Synergieeffekte mit vaskul?ren Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus und Hypertonie. Die Reduktion der umweltbedingten neurologischen Krankheitslast erfordert eine duale Strategie aus pr?ventiven Ma?nahmen zur Luftreinhaltung als auch pharmakologische und ern?hrungsbezogene Interventionen zur Protektion der Integrit?t der BHS. Den Review Article finden Sie unter diesem Link:
Airborne particulates and brain health: The role of PM?.? in blood–brain-barrier dysfunction