Publikationspreis der Medizinischen Fakult?t 2025 geht an Prof. Dr. Thomas Kr?ncke
?hnlich wie ein digitaler Routenplaner unterstützen bestimmte Programme ?rztinnen und ?rzte im klinischen Alltag darin, geeignete Diagnose- oder Therapieverfahren auszuw?hlen. Die MIDAS-Studie unter der Leitung der Augsburger Universit?tsmedizin untersuchte in einer multizentrischen, randomisierten Studie die Wirksamkeit solcher klinischen Entscheidungshilfen für medizinische Bildgebung. Die Ergebnisse wurden in JAMA, einem der fünf bedeutendsten medizinischen Fachjournale weltweit, ver?ffentlicht. Die Medizinische Fakult?t hat die Ver?ffentlichung nun mit dem Publikationspreis 2025 ausgezeichnet; Prof. Dr. Martina Kadmon übergab die Urkunde an Prof. Dr. Thomas Kr?ncke im Rahmen der Fakult?tsratssitzung am 25. Februar 2026. Die Preisbegründung "Die Arbeit basiert auf einer aufwendigen Multicenter-Studie, die durch ihre breite und repr?sentative Datengrundlage eine au?ergew?hnlich hohe Aussagekraft besitzt. Sie zeigt eindrucksvoll, dass der Einsatz KI-basierter Verfahren allein noch keinen diagnostischen oder klinischen Fortschritt garantiert – sondern dass Schulung, Implementierung und klinische Einbettung entscheidende Faktoren für den Erfolg sind. Damit liefert die Studie ein exzellentes Beispiel für die gelungene Verknüpfung der Forschungsschwerpunkte unserer Fakult?t mit dem klinischen Alltag – zum Nutzen von Patientinnen und Patienten. Die Publikation wurde in einem hochrangigen internationalen Journal ver?ffentlicht und hat das Potential über die Fachgrenzen hinaus Sichtbarkeit zu erlangen." Ablauf der MIDAS-Studie Die MIDAS-Studie wurde mit Unterstützung des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses an 26 Fachabteilungen in den beteiligten Universit?tskliniken durchgeführt. In der ersten Phase wurden alle Abteilungen in einer Kontrollgruppe geführt, in der das Entscheidungsunterstützungssystem zwar implementiert, aber kein Feedback an die ?rzte ausgegeben wurde. Nach 16 Monaten wurden die Abteilungen in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Nur die Interventionsgruppe erhielt Rückmeldungen zu ihren Untersuchungsanforderungen und Vorschl?ge für alternative Diagnostikverfahren. Die Studie lief über zweieinhalb Jahre an den Universit?tskliniken in Augsburg, Kiel, Lübeck und Mainz. Die Datenanalyse erfolgte in Kooperation mit dem Erasmus Medical Center in Rotterdam. Ziel war es zu ermitteln, ob der Anteil nicht leitlinienkonformer Bildgebungsanforderungen durch die Nutzung des CDSS gesenkt werden kann. Ergebnisse und Einordnung Die Studie konnte zeigen, dass ein solches System in den klinischen Alltag von Universit?tskliniken integriert werden kann. Allerdings wurden keine relevanten Unterschiede in der Anzahl unangemessener Bildgebungsanforderungen, bei den Kosten oder der Strahlenexposition festgestellt. Dies k?nnte daran liegen, dass in Universit?tskliniken hochqualifizierte und spezialisierte ?rzte t?tig sind, die bereits ein tiefgehendes Wissen über die Indikationen für bildgebende Verfahren besitzen. Dies spiegelt sich auch in dem bereits sehr hohen Anteil an leitlinienkonformen Anforderungen in der Kontrollgruppe wider. Dennoch k?nnte ein Entscheidungsunterstützungssystem in anderen medizinischen Einrichtungen wie kleineren Krankenh?usern, Versorgungszentren oder Arztpraxen sinnvoll sein, um eine gezieltere Nutzung der Bildgebung zu erm?glichen. Die Studie "
Evaluation of a Clinical Decision Support System for Imaging Requests. A Cluster Randomized Clinical Trial", JAMA. Published online February 10, 2025. doi:10.1001/jama.2024.27853