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Pressemitteilung 24/26 - 18.03.2026

Wie Bodenerosion in tropischen Regionen Landwirtschaft, Wasserhaushalt und Klima beeinflusst

Start einer neuen Emmy-Noether-Forschungsgruppe der Universit?t Augsburg, die von der Deutschen Forschungsgesellschaft mit 1,78 Millionen Euro gef?rdert wird

Es ist eine Ver?nderung, die oft unbemerkt bleibt: W?hrend tropische Agrarregionen immer h?here Ertr?ge liefern, ver?ndern sich die B?den m?glicherweise schneller als wir denken – und zwar nicht zum Besseren. Genau diesem kaum beobachteten, aber global folgenreichen Prozess widmet sich ab M?rz 2026 eine neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe an der Universit?t Augsburg unter der Leitung des Bodenwissenschaftler Dr. Pedro Batista.

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Gro?e, vorübergehend bestehende Rinne, die sich auf einem Maisfeld auf sandigem Boden in der N?he von Sapezal, Mato Grosso, Brasilien, gebildet hat. Francisco Nogueira Vila?a.

Im Zentrum der Forschung steht Brasilien: gr??ter Produzent von Soja, Kaffee und Zuckerrohr, sowie zugleich Hüter riesiger Wasser- und Waldressourcen. Doch der Erfolg der intensiven Landwirtschaft hat Schattenseiten. Insbesondere im Cerrado, dem savannenartigen ?kosystem im Zentrum des Landes, hat die Bodenerosion aufgrund von Entwaldung und Intensivierung der Landwirtschaft massiv zugenommen. Wie stark sich die B?den dadurch ver?ndern – und was das langfristig für Ern?hrungssicherheit, Wasserhaushalt und Klimaschutz bedeutet – ist bislang kaum erforscht.

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Weit verbreitete, starke Anzeichen von Bodenerosion auf mehreren Feldern mit Zentralkreiselbew?sserung im Cerrado (Cristalina, Goiás, Brasilien). Google Earth/CNES/Airbus

Hier setzt die neue Emmy-Noether-Forschungsgruppe an. Das Team um Dr. Pedro Batista will erstmals die ?Lebensl?ufe“ tropischer B?den im 21. Jahrhundert nachzeichnen. Mit Felddaten vor Ort, modernen Erosionsmesstechniken und neu entwickelten Simulationsmodellen soll sichtbar werden, wie schnell B?den ihre Funktionen verlieren – und welche Kettenreaktionen das ausl?st: für Ernten, für Wasserspeicherung, für den Kohlenstoffkreislauf. Denn der Boden ist zentraler Speicher für Wasser und Kohlenstoff. Dessen Verlust wirkt sich daher unmittelbar auf landwirtschaftliche Ertr?ge, regionale Wasserkreisl?ufe und den Klimaschutz aus.

?Tropische B?den sind besonders gef?hrdet“, erkl?rt Batista.?

?Sie sind oft sehr alt, stark verwittert und haben nur einen dünnen, fruchtbareren Oberboden. Ist diese erst?einmal erodiert, ist der Schaden kaum noch rückg?ngig zu?machen und die Folgen sind schwer abzusch?tzen.“

Für den Bodenwissenschaftler ist das Thema mehr als ein Forschungsprojekt. Er stammt aus einer l?ndlichen Region Brasiliens und hat die Folgen von Bodenerosion schon früh erlebt. Dennoch, betont er, stehe die Neugier im Mittelpunkt: ?Meine gr??te Motivation ist die Grundlagenforschung – der Wunsch, Prozesse zu verstehen und neue Dinge herauszufinden.“

?An der Arbeitsgruppe für Wasser- und Bodenressourcenforschung der Universit?t Augsburg entsteht dafür ein neuer Modellansatz zur Analyse tropischer Bodensysteme. Mit ihm lassen sich dann gro?skalige Szenarien simulieren: Wie ver?ndern sich B?den? Was bedeutet das für Ernten, Kohlenstoffspeicher oder die Wasserregulation?“, sagt Prof. Dr. Peter Fiener, in dessen Arbeitsgruppe Batista mit seinem Projekt angesiedelt ist. Die Forschung soll damit zentrale Wissenslücken in den Tropen schlie?en und Werkzeuge schaffen, um Bodendegradation frühzeitig zu erkennen und besser zu managen.

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Beispiel für degradierten tropischen Boden in einem Stra?enaushub (Lavras, Minas Gerais, Brasilien). Pedro Batista

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f?rdert das Vorhaben mit rund 1,78 Millionen Euro. Das Emmy-Noether-Programm erm?glicht es, herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, frühzeitig eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen.

Die Forschungsgruppe arbeitet in einem internationalen Netzwerk mit Partnern aus Deutschland, Brasilien, den USA, Gro?britannien und Frankreich.?

Partner der Universit?t Augsburg beim Projekt:

  • Federal University of Lavras (Brazil)
  • Federal University of Santa Maria (Brazil)
  • Agronomic Institute of Campinas (Brazil)
  • Lancaster University (UK)
  • Northern Arizona University (USA)
  • French Atomic and Alternative Energy Commission (France)
  • Colorado State University (USA)
  • Universit?t Tübingen (Deutschland)
  • Universit?t Bonn (Deutschland)

Wissenschaftlicher Kontakt

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Wasser- und Bodenressourcenforschung
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Michael Hallermayer
Stellvertretender Pressesprecher, Stellv. Leitung
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