Geschichte im Unterricht digital erleben
Historische Ereignisse werden im Klassenzimmer mittels VR-Brille lebendig: Im Projekt "ReTransferVR - Virtual Reality als digitale Erinnerungsr?ume“ haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Bundesl?nder-übergreifende Fortbildung für Lehrkr?fte entwickelt, um die M?glichkeiten von VR-Anwendungen im schulischen Geschichtsunterricht zu ergründen. ?Der Geschichtsunterricht an deutschen Schulen ist bis heute von ?klassischen‘ Medien wie Geschichtsbüchern oder historischen Karten dominiert“, sagt Prof. Dr. Christian Kuchler, Lehrstuhlinhaber an der Universit?t Augsburg und Leiter des Projekts. ?Mit dem Aufkommen und dem Hype um Virtual Reality in den letzten Jahren stellte sich die Frage, inwiefern sich das Medium in den schulischen Geschichtsunterricht integrieren l?sst.“ In der neu entwickelten Fortbildung lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Virtual Reality-Anwendungen kennen und werden dazu bef?higt, diese sinnvoll in den unterschiedlichen Phasen des Geschichtsunterrichts einzusetzen sowie eigene VR-Anwendungen nach den jeweiligen Bedürfnissen zu erstellen. Auf einer theoretischen Ebene entwickelte Kuchler gemeinsam mit Dr. Kristopher Muckel und Anna Gürtel ein digitales Fachkonzept, in dem sie das Frankfurt-Dreieck für Bildung in der digitalen Welt als mediendidaktisches Modell mit geschichtsdidaktischen Parametern verknüpfen. Das Modell verbindet die technologischen, gesellschaftlichen und strukturellen Aspekte digitaler Medien mit den geschichtsdidaktischen Anforderungen der normativen, narrativen und empirischen Triftigkeit und bietet so eine empirische Grundlage, um sich VR-Anwendungen mit Geschichtsbezug anzun?hern. Au?erdem führten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Begleitforschung durch, bei der insgesamt 320 (angehende) Lehrkr?fte zu ihren Einsch?tzungen zum Einsatz von VR-Anwendungen in historischen Lernprozessen und zu m?glichen Verbindungen dieser Anwendungen zu geschichtstheoretischen und -didaktischen ?berzeugungen befragt wurden. Ein zentrales Ergebnis: Die ?berzeugung, man k?nne VR-Anwendungen sinnvoll in den schulischen Geschichtsunterricht einbinden, war nur mittelm??ig vertreten. Die Teilnehmenden befürworteten den Einsatz von VR-Anwendungen für historische Lernprozesse st?rker als für die F?rderung der allgemeinen Digitalkompetenz. Au?erdem wuchs nach der Teilnahme an der Fortbildung die ?berzeugung, mit VR-Anwendungen historische Lernprozesse gestalten zu k?nnen. Die Fortbildung kann über die Lehrstuhl-Webseite absolviert werden, eine Registrierung ist nicht erforderlich. W?hrend des Projektzeitraums fanden Pr?senzveranstaltungen mit insgesamt rund 50 Teilnehmenden sowie synchrone Online-Module mit rund 25 Teilnehmenden statt. Das Angebot, VR-Brillen am Lehrstuhl zu entleihen und die auf der Webseite aufbereiteten VR-Anwendungen für Schulklassen zu benutzen, wurde mehrfach in Anspruch genommen. ?Im Allgemeinen herrschte eine gro?e Offenheit für das Medium und für innovative Unterrichtsszenarien“, sagt Kuchler. ?Allerdings berichteten Lehrkr?fte des ?fteren von einem eher ?innovationsfeindlichen‘ institutionellen Rahmen an Schulen. Bei Schülerinnen und Schülern stie?en insbesondere die VR-Brillen auf gro?es Interesse. Hier lie?en sich starke Motivationseffekte beobachten“, so der Professor weiter. Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Webseite des Lehrstuhls Didaktik der Geschichte zu finden: ?
E-Mail:
christian.kuchler@uni-auni-a.de ()
Begleitforschung und konzeptionelle Weiterentwicklungen
Fortbildung ist ?ffentlich zug?nglich
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